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Die
Großgemeinde Heiligenbrunn besteht aus fünf Ortsteilen - Deutsch
Bieling, Hagensdorf (Schwaben),
Heiligenbrunn, Luising
und Reinersdorf
(tw. Kroaten) und
hat insgesamt 1100 Einwohner.
Fläche: 3.351 ha, Seehöhe: 205 m.
Die
erste urkundliche Erwähnung einer Ortschaft am "Heiligen
Brunnen" stammt aus dem Jahre 1198,
aus ihr
geht aber hervor, dass die ungarisch-steirische Grenzregion schon einige Zeit
davor besiedelt
gewesen sein muss.
Auch wird in dieser Urkunde bereits der Weinbau in Heiligenbrunn erwähnt.
Heiligenbrunn untersteht ab 1225 der
Herrschaft der Burg Güssing, ab 1255 aber (mit kurzfristigen
Unterbrechungen)
den Héderváry, einer ungarischen
Adelsfamilie. Im Jahr 1524 erhalten die Batthyány
die Herrschaft über Heiligenbrunn,
bald darauf kommt es
in der Zeit der Türkenkriege in der Region zu
Verwüstungen und Plünderungen.
Im
beginnenden 18. Jahrhundert ist der ungarische
Reichsrat sehr bemüht,
die Ansiedelung deutscher
Bauern in
Ungarn zu fördern. Von den Orten Hagensdorf
und Luising weiß man, dass sich hier auch
Schwaben angesiedelt
haben und es geht die Erzählung, dass sich
gerade
jene Aussiedler, denen der weite Weg zu
beschwerlich geworden
ist sich hier
niedergelassen haben. Nachdem das heutige Burgenland über Jahrhunderte ein
Teil Ungarns war,
kam
es nach der Aufsplitterung der
Habsburgermonarchie 1921 nach
einigen Kämpfen
zwischen ungarischen Freischärlern
und der
österreichischen Gendarmerie zur Angliederung des Burgenlandes - und damit auch Heiligenbrunns - an
Österreich. Nur das Nahe Luising musste noch zwei
weitere Jahre an den Anschluss an Österreich
warten -
es stellt
damit bis heute den jüngsten
Territorialgewinn Österreichs
dar.
Nach den schrecklichen
Ereignissen des Zweiten
Weltkrieges geht Heiligenbrunn bis heute wie das gesamte südliche
Burgenland den
beschaulichen
Weg einer peripheren, agrarisch geprägten Grenzregion
und wurde nur 1956/57, zur
Zeit des
ungarischen Volksaufstandes in
seiner Ruhe gestört:
Von Oktober 1956 bis April 1957 strömten mehrere
Tausend ungarische Flüchtlinge durch die kleinen Grenzorte, die
Bevölkerung war aber mit großem
Einsatz und
Hilfsbereitschaft dabei,
den Flüchtenden
den schweren Weg aus ihrer Heimat leichter zu
machen.
Nach 1957 und
der Errichtung des Eisernen Vorhanges war der kleine
Grenzverkehr zu den nahen ungarischen Nachbarn weitgehend
unterbunden
und die Verbindungen verstummten.
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